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September 2019: Maisernte

Hallo, hier ist wieder Jannik.
Wir sind im September und an liegt: Mais, Mais, Mais

Der erste Silomais ist geerntet. Doch bevor ich davon berichte, möchte ich euch noch einiges von den letzten Wochen erzählen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt war ich weiterhin regelmäßig mit dem Verladen des Strohs aus den Mieten beschäftigt. Manchmal kamen bis zu sechs Lkw pro Tag, auf die die Strohballen zum Abtransport aufgeladen werden mussten.

Wie im letzten Beitrag schon angekündigt, sind auch all die Vorbereitungen für die Silomaisernte gelaufen. Wir beginnen mit dem Thema Festfahrschlepper: Sechs Schlepper müssen so auf-ballastiert werden, dass eine große Verdichtung generiert werden kann. Wir visieren einen Wert von rund 220 kg verdichtete Trockenmasse pro m³ an. Man könnte meinen, das ist super einfach, aber so ist es nicht.

Anhand eines Schleppers möchte ich beschreiben, was ich dafür vorbereiten musste: Zunächst mussten an einen Fendt Vario 930 andere Reifen montiert, dann das Schild und ein Heckgewicht angebaut werden. Das war keine große Sache.

Um nicht zu viel Gewicht in die Heckhydraulik zu hängen, da sonst der Schlepper vorne zu leicht wird, habe ich mit einem Kollegen Radgewichte eingebaut.

Um aber nicht zu viel Gewicht in die Heckhydraulik zu hängen, da sonst der Schlepper vorne zu leicht wird, habe ich mit einem Kollegen Radgewichte eingebaut. Anfangs half mir mein Kollege, denn die Gewinde der Anbauplatte waren verrostet und verdreckt. Das hieß für mich, alle Gewinde nachschneiden. Unser Werkstattmeister hate mir gezeigt, wie man es macht, und wofür welche Gewindebohrer (Feingewinde, Grobgewinde…) anzuwenden sind. Ich habe gelernt, dass es normalerweise drei Gänge beim Gewindeschneiden gibt. Da aber das Gewinde nur nachgeschnitten werden musste, habe ich nur mit dem dritten Gang (also nur noch wenig Materialwegnahme) gearbeitet.

Vielleicht habe ich euch schon mal einen ähnlichen Tipp gegeben – es gilt: Nicht mit Gewalt arbeiten, sondern immer Ruhe bewahren. Mit ein paar Tröpfchen Öl und etwas Geduld funktioniert es super. Und wenn mal gar nichts klappt, einfach einen Kollegen um Hilfe bitten.

Mit den nachgeschnittenen Gewinden konnte ich die Gewichte problemlos einhängen. Jede Felge der Hinterachse wurde mit rund 600 kg verstärkt. Die Schrauben der Gewichte dürfen nicht einfach irgendwie angezogen werden. Vor allem nicht zu fest, denn dadurch können sich die Schrauben lockern. Das heißt, ich habe auch den Drehmomentschlüssel kennengelernt. In einer Tabelle lässt sich für jede Schraube das entsprechende Drehmoment (Newtonmeter) nachlesen, mit dem diese angezogen werden darf. Die Gewichtserhöhung haben wir bei fast allen Schleppern durchgeführt, die sonst nicht schwer genug gewesen wären.

Jetzt kommen wir aber mal zu der eigentlichen Silomaisernte

Die eigentliche Saison startete mit einem Spezialauftrag für eine Biogasanlage. Die Flächen und der Betrieb lagen rund 25 km auseinander. Bei der Entfernung sind wir mit 15 Abfuhrgespannen gefahren – ich war auch dabei. Ein Umlauf ab der Beladung mit dem Claas Jaguar 970 bis zur Entladestelle und wieder zurück dauerte ungefähr zwei Stunden. Doch dank unserer zahlreichen Krampe-Mulden haben wir den Auftrag ohne große Wartezeiten des Häckslers gemeistert.

Mein Highlight des Monats hat auch was mit der Silomaisernte zu tun. Ich durfte den Maishäcksler Claas Jaguar 960 (zwölfreihig) fahren. Es ist megacool und macht unglaublich viel Spaß, selbst erste Hektar Mais zu häckseln.

Natürlich stand jetzt auch die letzte Schulwoche in diesem Ausbildungsjahr an. Dort haben wir unsere Abschlussprüfung im Schweißkurs absolviert. Am Ende der Woche gab es Zeugnisse. Nun komme ich schon ins zweite Ausbildungsjahr.

Mit einem Teil der Berufsschulklasse sind wir zu dem Grünlandtag und Ernte- und Dreschtag zur Firma Greving in Bedburg Hau gefahren. Dort gab es super interessante Einblicke über neue John Deere-Maschinen, vom Mähwerk bis zum Mähdrescher. Zu jeder Maschine gab es Infos und Vorführungen. Der neue John Deere Mähdrescher hat mich sofort fasziniert. Nach einem ersten Rundgang, habe ich die Gelegenheit genutzt und den Verkaufsleiter der Firma Greving über den neuen Mähdrescher ausgefragt.

Hier wieder ein Tipp von mir:

Nur, wer fragt, gewinnt!!

Der Verkaufsleiter ging mit mir zu dem Ausstellungsfahrzeug. Der Fahrer auf dem Vorführgerät erklärte mir supernett die Bedienung dieser neuen Maschine. Ich war echt fasziniert, die Technik ist echt beeindruckend. Dann kam das Highlight: Ich habe ihn gefragt, ob ich direkt mal mitfahren dürfte. Nach kurzer Erläuterung durfte ich dann selbst auf den Fahrersitz. Die nächste halbe Stunde verging viel zu schnell, der Mähdrescher machte einen super Eindruck. Über das Ergebnis war ich total begeistert. Das Stroh und Korn hatten eine sehr gute Qualität. Der Mähdrescher ist ein John Deere T 660 mit 6-Schüttlern und einer Arbeitsbreite von 9 m. So einen Mähdrescher nochmal fahren, das wäre echt gigantisch. Wenn so eine Maschine einige Tage in unserem Betrieb zur Verfügung stehen würde, wäre das schon toll. Ich hoffe, dass ein Besuch der Firma Greving nicht lange auf sich warten lässt. Es war ein spannender und informativer Tag. Danke nochmal an Firma Greving, dass ich den eindrucksvollen Mähdrescher schon fahren durfte.

Mit rund 650 PS durch den Mais zu fahren, ist einfach ein irrsinniges Gefühl.

Mit rund 650 PS durch den Mais zu fahren, ist einfach ein irrsinniges Gefühl. Auch wenn ich erst am Anfang des Häckslerfahrens bin, macht es jetzt schon unglaublich viel Spaß, obwohl man natürlich gerade am Anfang ziemlich angespannt ist. Die Maisernte hat ja gerade erst begonnen. Ich werde euch dazu im nächsten Beitrag bestimmt mehr berichten. Dass mir bereits schon im zweiten Ausbildungsjahr auch so eine Aufgabe anvertraut wird, macht mir wieder deutlich, dass ich im richtigen Unternehmen gelandet bin.

Zum Abfahren hatte ich mehrfach eine Vorführmulde der Firma Krampe. Diese Mulde ist eine Krampe Big Body 750. Die Besonderheit besteht darin, dass diese mit einem hydraulischen Radantrieb ausgestattet ist. Auch wenn dieser Radantrieb aufgrund der Trockenheit in diesem Jahr nicht unbedingt auf dem Feld zum Einsatz kommt, ist diese Technik dennoch eine super Unterstützung auf dem Silohaufen. Wie das genau funktioniert und was die Mulde noch für Vorzüge hat, erfahrt ihr von mir ebenfalls genauer im nächsten Beitrag.

Auch der kollegiale Zusammenhalt in unserem Lohnunternehmen stand in diesem Monat auf dem Programm. Noch vor dem Beginn der Maisernte stand ein Erntedankfest an. Alle wichtigen Termine wurden so gelegt, dass wir, die gesamten Mitarbeiter und Aushilfsfahrer mit der Familie diesen Tag gemeinsam feiern konnten. Natürlich wurde auch hier nebenbei viele Ereignisse aus dem Betrieb der letzten Wochen ausgetauscht und die anstehenden Arbeiten schon diskutiert. Bei so einem Event fühlt man sich doch wie in einer großen Familie.

Neues Schuljahr

Das zweite Lehrjahr hat begonnen. Somit war nach den Sommerferien trotz Maisernte wieder Schule angesagt. Aber die Schule geht natürlich vor, denn wer was in seinem Leben lernen möchte, der muss auch den theoretischen Teil der Ausbildung mitmachen. Es ist wieder schön, nach dem Sommer die Schulkollegen wiederzutreffen und sich über die Arbeit in den Betrieben auszutauschen.

Bis zum nächsten Mal

Euer Jannik